Hintergrund / Struktur
Organisationen der Gründungsunterstützung sahen Ende der 90er Jahre, wie sich eine brisante Finanzierungslücke ankündig
- Immer mehr Unternehmensgründungen finden aus der Arbeitslosigkeit und anderen wirtschaftlich schwierigen Situationen statt.
- Gleichzeitig wird der Zugang zu Kapital für Kleinstunternehmen generell schwieriger.
Vor diesem Hintergrund entstanden erste regionale Modellprojekte, unterstützt von der Bundesagentur für Arbeit, Stiftungen und Banken. Daraus folgte eine überregionale Zusammenarbeit und in 2004 die Gründung des Deutschen Mikrofinanz Institutes.
In der Arbeit wurde deutlich, dass für die Mehrzahl solcher "Selfemployment-Unternehmen" die Kapitalklemme nicht unmittelbar bei der Gründung besteht, beispielsweise:
- Dienstleister haben oft einen sehr geringen Kapitalbedarf.
- Finanzierungen aus dem persönlichen Umfeld sind möglich.
- Gebrauchte Ausrüstungen sind vorhanden oder werden geliehen.
- Finanziert wird über private Kreditkarten, private Bankkredite oder Leasing.
Auch ist wegen einer möglichen Verschuldung in vielen Fällen zu empfehlen, ohne Bankverbindlichkeiten zu starten.
Als wesentliches Hemmnis solcher Unternehmen stellte sich jedoch eine fehlende Finanzierung in der Nachgründungsphase heraus - zur Existenzfestigung oder für die ersten Wachstumsschritte. Oft wird dies so formuliert: "Ich will jetzt gar keinen Kredit aufnehmen. Aber für den Fall, dass zum Beispiel mein Computer ausfällt oder ein Auftrag vorzufinanzieren ist, brauch ich die Gewissheit, dass es weitergeht." Genau hierfür sind die international erfolgreichen Methoden des "Microlending" geeignet.
Projekt 5000 - Anderes Geld
Stuttgart im Herbst 2007: Eine Gruppe engagierter Privatpersonen und Vertretern von Förderbanken, Ministerien, Vereinen, Verbänden und Mikrofinanzorganisationen starten in der L-Bank die Aktion, Projekt 5000. Ziel: 5000 Kredite für nicht bankfähige Kreditnehmer zu schaffen. Es gab wenig Anlaß zu glauben, dass das gelingt.
Ein Film über die Hintergründe von Mikrofinanz in Deutschland. Hier der Trailer.

- "Ich verkaufe seltene Musikinstrumente in meinem Internetshop. Für den Einkauf der ersten Instrumente brauchte ich 2.000 Euro."




